Clubabend

"EUROPA-QUO VADIS?"

17.11.2014 - 18:30 / 0 Teilnehmer
„Hört nicht auf die Schwarzmaler! Lasst nicht alles untergehen! Die Devise muss heißen: Jetzt strengen wir uns erst recht an!“, lauteten die anspornenden Worte von Prof. Dr. Bernhard Felderer beim vergangenen Marketing Clubabend. Mit viel Humor und fundiertem Fachwissen stand der Wirtschaftsforscher und Sozialökonom im volkswirtschaftlichen Dialog mit dem Journalisten Maximilian Mondel.
17.11.2014 - 18:30
Curhaus der Erzdiözese Wien, Stephansplatz 3, 1010 Wien
0 Teilnehmer

Auf mikropolitischer Ebene ist kein Unternehmen dem Wirtschaftsschicksal hilflos ausgeliefert. Selbst in Zeiten der Rezession schreibt immerhin gut ein Drittel der Unternehmen schwarze Zahlen, so Wirtschaftsforscher und Sozialökonom Prof. Dr. Bernhard Felderer, der beim vergangenen Marketing Clubabend volkswirtschaftliche Ereignisse in marketingrelevante Erkenntnisse verwandelte. „So gesehen hat jede Firma seine eigene Sonderkonjunktur, immer mit der Chance trotzdem gut zu wirtschaften.“

In der Verantwortung eines jeden Einzelnen
Entscheidend ist für Felderer die allgemeine Grundstimmung in einem Unternehmen. Es liegt in der Verantwortung der Vorgesetzten und seinen Mitarbeitern Optimismus statt Pessimismus an den Tag zu legen. Der größte Feind der Marktwirtschaft ist auch nach wie vor unser großes Sicherheitsdenken, kritisiert Felderer die Österreichische Verhaltensweise. Solange die Unternehmen und auch jeder einzelne von uns nichts riskieren und ausgetretene Pfade verlassen, wird sich auch an der wirtschaftlichen Gesamtsituation nicht viel verändern.

Warum arbeiten Österreicher heute noch?„Allgemein ist die Österreichische Politik sehr konfliktscheu. Konsens wird hochgelobt, das bringt keine intelligenten Lösungen hervor“, so Felderer. „Warum die Österreicher heute noch arbeiten, weiß ich auch nicht, bei Lohnabgaben von knapp 50 Prozent. Dadurch behindern wir selbst den Wettbewerb um die guten Kräfte. Durch eine Lohnsteuersenkung würde die Talentsuche leichter fallen. Zum Beispiel würde wohl kein talentierter Schweizer jemals diese horrenden Summen freiwillig hier in Österreich abgeben.“ Die Politik hat andere Ziele als private UnternehmenLaut Wirtschaftsforscher Felderer wird sich auch in den kommenden zwei bis drei Jahren wohl kein Aufschwung abzeichnen. Der Österreichische Staat ist für den Kapitalmarkt nicht verlässlich genug. Die Standortratings haben sich laufend verschlechtert. Zum Thema Subvention ist Felderer der Meinung, das die Politik andere Ziele hat als private Unternehmen. Da Politiker nur an ihre Wählergruppen – und das nicht länger als im Zeitraum ihrer Legislaturperiode – denken, sei es fraglich, ob ein Staat überhaupt in den Markt eingreifen sollte. Regulieren: Ja. Selber betreiben: Nein.
Zur Person
Prof. Dr. Bernhard Felderer ist Sozialökonom und Wirtschaftsforscher mit zahlreichen in- und ausländischen Lehraufträgen an Universitäten. Er berät Regierungen und Ministerien, war Direktor des IHS (Institut für Höhere Studien), Präsident des Staatsschuldenausschusses, Mitglied des Generalrates der Österreichischen Nationalbank und ist aktuell Präsident des österreichischen Fiskalrates.

Finanzgespräche hinter frommen Gemäuern
Wenn hinter den frommen Gemäuern der Erzdiözese Wien über Finanzen gesprochen wird, geht es ordentlich zur Sache, so auch beim Networking danach. Dabei waren auch: Theresa Gigov und Jessica Müller (Ernst & Young), Hannes Glavanovits (Spar), Helmut Oszvald (IBM Austria), Wolfgang Rüdiger (Bank Austria), Margareta Seiser (FH Wr. Neustadt), Tobias Schediwy (GfK Austria), Walter Trpisovsky (UniCredit) und Andrea Zinober (Northcote).

Location

Curhaus der Erzdiözese Wien, Stephansplatz 3, 1010 Wien

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